MOVINGORANGE

Hintergrund


Sabine Simon
Master of Fine Art / Arts and Community
Schwelle_Rampe 19
Interdisziplinäres Ausstellungsprojekt anlässlich der Wintersonnenwende 2025 in der Billstraße, HH-Rothenburgsort über die Verkettung von Leerstellen und Erzählräumen: Acht Installationen in sechs Räumen mit anonymisiertem Besucherscore und abschließendem Spaziergang durch das Ausgestellte.

„Man kann schwerlich erzählen, was zur Premiere von „Raumbefragung: Posen für die Macht“ im Kasseler Schauspielhaus zu bestaunen war. Auf der Bühne ist alles öffentlich. Wie in einem großen Schwimmbad sind überall die Blicke der anderen, vor allem jene aus dem fast ausverkauften Saal. Wie stellt man sich dieser mächtigen Konfrontation mit Erwartungen? 
Man entzieht sich, indem man sich stellt. Wie, das ist zu sehen in dieser Inszenierung, bei der das Timing von Bewegung und Stillstand, Komik und Ernüchterung, von überraschenden Lichtwürfen und musikalischen Interventionen stimmt. Die herausragende Performance von dreißig Mitwirkenden in ihrem Mut zur Nicht-Pose, die gerade mit den zurückgenommenen, nachdenklichen Regungen – einer geballten Faust, einem Blick zur Seite, (...), dem Hinwenden und dem Wegdrehen – bannen und bestürzen.“

Stefanie Möller
Von der Pose zur Positionierung, Göttinger Tageblatt, 22. Mai 2009

„Sabine Simon hat innerhalb einer Tanztheater-Werkstatt am Staatstheater Kassel eine Versuchsanordnungsreihe ins Leben gerufen, die sie zunächst als Theaterpädagogin entwickelte und in der Folge als Regisseurin und Choreografin in Szene setzte. Dabei entstand ein neues Format, eine Art offenes Archiv, in denen Gesten, Bewegung, Körper und die für die Verhandlung des Themas gefundene Sprache im Raum ausgestellt werden. Sabine Simon verbindet dabei eine sehr genaue analytische Begabung mit der Fähigkeit, authentisch und direkt auf Menschen zugehen zu können.“

Michael Volk
Chefdramaturg und persönlicher Referent des Intendanten am Staatstheater Kassel

„(...) Denn Liederlauschen macht klug und glücklich, rückt Erkenntnis und Empfindung zusammen. Aber warum genügen dem Lied dann nicht ein Sangeskünstler und ein Pianist? Wer mag die Handlungs-Versatzstücke der Lyrics szenisch sehen, die doch klanglich so wunderbar zu erspüren sind? Ein Lied ist ja schon Meta-Poesie, Übersteigerung der Texte durch Musik. Warum müssen sie auch vertanzt und geschauspielert werden? „Um auf allen Ebenen das Material zu befragen.“ So beschreibt Volk die Absicht der etwas anderen Liederabende in Kassel.“

Jens Fischer (zu "Versuchsanordnung IV: Dichterliebe?")
Die Wiederverzauberung der Welt, Die Deutsche Bühne, November 2010

„Sabine Simons Professionalität im künstlerischen Vorgang bei einer individuell ausgeprägten Theatersprache, die eine interessierte Öffentlichkeit suchte und fand, führte zur Realisierung ihres Projekts „Raumbefragung“, gefördert durch den Fond „Heimspiel“ der Kulturstiftung des Bundes. Tänzer und Schauspieler, Kinder und Alte, Textcluster, Musiken, Gruppen und Räume bilden ein Kaleidoskop, das nicht sich gefällt, sondern Beobachtungen mitteilt und Zeit beschreibt. Ihre Arbeiten am Staatstheater Kassel erweitern das bekannte Repertoire tanztheaterpädagogischer Projektarbeiten eindrücklich, erweitern gar einen heutigen Theaterbegriff, der die Grenzen von Konventionen mehr und mehr durchlässiger werden lässt. Ihr Theater ist inhaltlich aussagekräftig, welthaltig, stil- und wirkungssicher.“

Thomas Lang
Programmleiter Theater / Bundesakademie für kulturelle Bildung

„Her creative research demonstrates a high level of professionalism. Sabine Simon’s interdisciplinary, intercultural work, Raumbefragung, demonstrates not only her leadership abilities, but also a keen sensibility when working with groups of people from differing age, dance and cultural backrounds.“

Jenny Coogan
Professor for Contemporary Dance / Palucca Schule Dresden – Hochschule für Tanz